… Das Team stellte den TRACE live bei uns im Hörraum vor, wo die vielversprechende Vorstufe durch explizite Natürlichkeit, Dreidimensionalität und sonore Homogenität fleißig Punkte sammelte. …
HiFi exklusiv 2/2021
Im Transistorbereich ist der Trace klanglich einfach die beste Vorstufe die wir bisher hatten.
"Hörbar" High End & Heimkino / Deutschland
Nachdem sich das QED-Team verabschiedet hatte, habe ich mit meinen Workshop Vorbereitungen weitergemacht und die ersten beiden zusätzlichen Racks im 1. Hörraum aufgestellt, sollen doch um die 10 unterschiedliche Phonovorstufen verglichen werden.
Entsprechend war es ein leichtes den Trace mit in die Kette einzubinden. die RCM "The Big Phono" Phonovorstufe hat 2 Ausgänge und kann somit 2 Vorstufen mit einem Signal versorgen, vom NBS Black Label in XLR habe ich zum Glück auch 2 Sätze da. Insofern musste ich nur an den Audionet Heisenberg Endstufen die XLR Anschlüsse wechseln um zwischen Audionet Stern und dem Trace wechseln zu können. Für den Vergleich habe ich den Trace ca 4 Stunden spielen lassen, die Stern war ebenfalls parallel eingeschaltet.
Der Vergleich war überaus interessant und bescheinigt dem Trace einmal mehr, dass er in der Liga der Top Vorstufen spielt. Ich habe bei mir im Studio schon viele Vorstufen gehört, die Trace Vorstufe gehört, unabhängig vom Preis auf jeden Fall zu den besten Vorstufen, mit denen ich bis jetzt Musik hören konnte.
So wie ich den Trace kennen lernen durfte, sollte er Dich zu Tränen rühren, zum Lachen bringen, die Hunde zum tanzen und Deine Frau zum fröhlichen mitwirken, ganz davon abhängig, welche Musik Du auflegst.
Mit einer mittelmäßigen Quelle mag der Trace unbestechlich wie die beschriebenen Seiten eines Telefonbuchs wirken, mit einer top analog Quelle, wird aus den beschrieben Seiten dann ein Fantasy Roman, der die Bilder eines Live Konzerts hinauf beschwören kann.
shakti / Deutschland
Zwei Attribute möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben:
Der raben-schwarze Hintergrund: Dieser ist für mich gegeben, wenn es ein Gerät schafft, sowohl bei leisen, als auch bei lauten Pegeln die Musik völlig frei von Verzerrungen wiederzugeben. Hierdurch stellt sich ein "Reinheitsgrad" ein, der mich völlig entspannt in den Bann der Musik zieht. keine Ablenkung, kein Stress
Hier würde ich dem Trace das Attribut "Deadly Silent" attestieren! Er ermöglicht es, bei jedwedem Pegel völlig schlackenfrei die Aufnahmen zu genießen…
Die oftmals genannte Neutralität: Hier verstehe ich den Trace nicht als Künstler, der das musikalische Geschehen mit feinem Pinsel wiedergibt, vielmehr reicht er das Signal völlig unkoloriert weiter.
Wer also auf Sounding jedweder Art steht, ist hier fehl am Platz. Der Trace ist für mich ein Synonym / Musterbeispiel für das, was ich bei der Musikwiedergabe unter Neutralität verstehe…
Mein Fazit: Wer auf der Suche nach einer absolut neutralen, bzw. unbestechlichen Vorstufe ist, sollte sich den Trace unbedingt einmal anhören. Über die Verarbeitung, den Aufbau und die Haptik muss ich wohl keine Worte mehr verlieren: Die sind über jeden Zweifel erhaben!
superkricko / Deutschland
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Kommentar von shakti Das mag ich gerne nochmals unterstreichen! Der Trace gehört zu den besten Vorstufen, die ich jemals hören durfte. Dazu kommt eine für mich sehr wichtige Eigenschaft. Der Trace kann auch Leistung, dh er kann lange Kabel treiben! Man sollte die Kabel zu den Monoblöcken oder Aktivlautsprechern in ihrer Last für den Vorverstärker nicht unterschätzen! und der Trace kann auch mal 10m lange Kabel ohne Klangverlust betreiben, dh dem Gerät ist es egal, ob 2x2m oder eben auch mal 2x10m Verbindungskabel zum Verstärker benötigt werden. Damit sind so einige Vorverstärker, die ich probieren durfte, sichtlich überfordert. Zumindest wenn man sich mal beide Kabellängen im direkten Vergleich anhört. |
The Trace is something that really needs to be heard to be believed.
Whether I was listening to my CD collection, some hi-res, or even
YouTube, the music sounded lush and full of body. It's functions are
straightforward, as are its means of performing those functions.
Straightforward design and sleek. The all-aluminum body provides the Trace with an
aesthetic that is hard to beat. Clean and simple is the name of the game
here; the back includes the power switch, 5 inputs, a
headphone jack and LED brightness adjuster. The front has this super
clean look as well with two large knobs, one for input selection and one
for the volume. Both knobs and the very center of the front plate are
adorned with adjustable LEDs to show power on and knob position. Nothing
extra, there are no gimmicks here. Sometimes the best way to look ready
to do business is it get rid of the fluff.
The first noticeable thing about the sound quality is the lack of
background noise and or static. This thing is seriously quiet with no
music playing, which also means that it won't be adding any extra noise
to the music during playback. Music to me is supposed to sound exactly
like the artist wants it to sound and the Trace does this extremely
well. Many setups that I have heard before tend to change the original
sound of the music quite a bit, typically by adding some warmth to the
mid ranges and boosting the high's and bass frequencies. This is not the
case this time around, the Trace delivers the music with a rich tonal
and harmonic complexity without sacrificing its dynamic integrity.
The sound stage is expansive, if you like to immerse yourself in your music
then this is fantastic. Even listening during the daytime it seems to
create a semi noise canceling effect. Every sound, vocals and
instruments are represented with an intense clarity. Every single detail
is presented as it was recorded and it does well at placing these
sounds as to where they are located in the room. The high's come through
very tight but never to the point of being so harsh it would your ears
hurt. The mid-range is my favorite, this is where the most detail is
realized, once again without distortion or any harshness. The bass is
just as powerful, crisp and clean, it never feels muddied, drawn out or
boosted. Altogether the sound is very rich and organic.
Steffon Mitchell / Denver, Colorado
Mobiliar kommt mir beim Trace ein Bücherregal in den Sinn, das würde wohl passen. Nichts lädt zum spielen ein, es geht um ein geordnetes Regal mit Büchern, diese sind voller Informationen. Ein Bücherregal ist auf das Wesentliche begrenzt, man stellt Bücher rein und liest diese um seinen Horizont zu erweitern.
Für den Test des Trace bei mir in der Anlage zog kurzer Hand noch ein kleiner Audio Note DAC bei mir ein. Das Verkabeln verlief reibungslos, ist ja nicht viel zu beachten beim Trace, außer links und rechts.
Ich kann sagen, er tut, was er soll und das auf höchstem Niveau.
Rabenschwarz, festgenagelte Instrumente, toller, ortbarer Nachhall, sauschnell und präzise.
Egal ob Glöckchen, Stimmen, Saxophon, Kontrabass oder elektronisch, der Trace verarbeitet alles und gibt gefüttertes extrem sauber raus.
Percussiongruppen, deren Aufnahmen ich recht gut kenne, verblüffen mich ab und an sogar.
Super plastische Abbildung mit nachvollziehbaren Bewegungen, das macht schon riesig Spaß zu hören.
Bei einigen Stimmen hängt man noch mehr an den Lippen, die Artikulation ist sauberst, nichts verdröselt, toll.
Meine geliebten Bläser triefen aus den Hörnern, wie ich es mag.
Meine Erwartung war deutlich niedriger angesetzt, diese revidiere ich gerne.
Persönlich finde ich NICHTS schlechtes am Trace, er spielt anmachend gut, gefällt mir sehr!
—
Jep, jetzt läuft der Trace am Phono-Zweig.
Chris Barber Band, ich liebe diese triefenden Bläser, gerade an Hörnern und Röhren, zum niederknien.
Immer wieder sehr gerne zum Klangvergleich ran gezogen: Come Friday als Direct-To-Disc.
Die Interpreten sind sehr gut abgegrenzt und ortbar, nichts überspitzt, die Posaune zieht ihre Nummer stoisch, Trompeten schießen aus dem Nichts, Klarinette zieht merklich holzig ihre Bahn, das Splash-Becken des Drummers klingt richtig schön blechern und swingt ordentlich.
Beim St. Louis Blues denke ich mir immer, dem stirbt doch gerade der Hamster, zwischendurch ist der Tierarzt da, sieht wieder gut aus, dann stirbt er doch und am Ende geht es in die Zoohandlung und ein neuer Hamster kommt in`s Haus (hört es Euch mal unter dieser Storry an, ist wirklich so!). Und genau so kommt es auch rüber, auch wieder dieses triefen der Töne, lang gezogen, die Lippen vibrieren, alles da. Die Posaune von links (ich meine Bob Hunt?) zieht sich wie Öl im Song, sagenhaft. Die Gitarre rechts (müsste, da `79er Aufnahme, Roger Hill sein, der von `78 bis`86 von John Slaugther übernommen hatte) schlägt sauberst an, den Saiten kann man zuschauen.
Epilog:
Der Trace erledigt einen extrem zuverlässigen Job in meiner Phono-Kette!
Ein Platzanweiser, der die Bühne ordnet und jedem sagt, was er zu tun hat.
In Verbindung mit dem oben erwähnten Bücherregal eine absolut intellektuelle Darbietung.
Nicht verspielt, stets auf den perfekten Job aus und geradlinig, wie ein Metronom.
Das ganze aber nicht technisch, wie von vielen Digitalketten, im Gegenteil, der Fuß hat die ganze Zeit mit wippen zu tun, gut für die Schienbeinmuskulatur.
Was gefüttert wird bereitet er auf und gibt dies wieder.
Die Qualität bestimmt das Futter, ohne Allüren oder Sounding gibt er es einfach nur weiter.
Nicht nur schwere Kost, auch u.a. Talking Heads, Herbie Hancock, Yello, alles wird sauber verarbeitet und macht Spaß!
Guido Schlang / Deutschland
Dieser Testbericht liegt als PDF Dokument vor.
Nachfolgend eine Zusammenstellung des ausführlichen Testberichtes aus dem open-end-forum, welcher in einem Zeitraum von drei Wochen entstanden ist. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim lesen dieses — in einer plastischen und unterhaltsamen Sprache verfassten — Erfahrungsberichtes von Wolfgang Reiners.
(…) habe ich gestern gemacht und mich erstmal orientiert was ich da vor mir habe.
Aus dem Karton gekommen ist ein Gerät das vom Gewicht und von der Größe her sehr wohl ein ausgewachsener Vollverstärker hätte sein können. Alles wirkt massiv und sauber verarbeitet, der Quellenumschalter und auch die Lautstärkeeinstellung rasten satt und sicher - Klicks lassen sich problemlos vom Anschlag her zählen, so dass eine versehentlich verstellte Lautstärke sicher reproduziert werden kann. Prima. Der Hauptschalter auf der Rückseite liegt etwas vertieft in einer Umrandung, die tastenden Finger finden ihn auch in der Dunkelheit auf Anhieb, die Wippe schaltet weich und praktisch geräuschlos. Die Helligkeit der blauen LED lässt sich feinfühlig bis auf null herunterregeln, selbst bei hellem Tageslicht ist die Einstellung an den Lichtpunkten in den Knöpfen auch aus größerer Distanz noch eindeutig erkennbar.
Stellt man das Gerät auf einen Tisch, wirkt es auf eine geradezu provozierende
Weise unspektakulär, und niemand der die Zusammenhänge nicht kennt
würde darin auf Anhieb einen hochprofessionell konstruierten
Vorverstärker vermuten. In sofern hast Du Recht, Guido, eigentlich
gehört da eine gehärtete und verzerrungsfreie Glasscheibe drauf die den
Blick ins Innere freigibt. Das kann aber jeder selber zu Hause machen.
Eine solche Scheibe kostet nicht viel, und mit vier transparenten
Klebepunkte… aber ich schweife ab… ;-)
In welcher Kette der Trace beim Test laufen soll bzw schon gelaufen ist hier noch einmal in Kurzfassung:
- Als Quelle dient ein CD-Player Restek Radiant, ein 24Bitler auf neuestem von Restek verfügbaren technischen Stand, ein Vorverstärker Restek Vector, technisch ebenfalls aktuell, sowie eine Restek Endstufe Tensor 1, die erst kürzlich zum Upgrade war.
- Die Verkabelung erkennt man zum Teil auf nachfolgendem Foto. Von der
Quelle zum Vorverstärker erfolgt des Signaltransfer über ein Sonoran Plateau, ein ausgezeichnetes Solidcore Folienkabel. Vom Vorverstärker zur Endstufe gelangt das Signal über ein XLO-Signature 1.1
in einer XLR Variante, über dessen klangliche Meriten ich nun wahrlich
nichts schreiben muss, und von der Endstufe dann über ein weiteres
Solidcore Folienkabel, das Magnan Reference, zu den Lautsprechern.
- Die Stromversorgung der Geräte ist im Rahmen meiner Möglichkeiten
ausgereizt, wer sich dafür interessiert kann das in diesem Thread in
Beitrag #1047 nachlesen.
Nun
möchte ich kurz berichten was ich gestern Abend bis in die Nacht hinein
gehört habe. Heute ab etwa 23.00 Uhr geht es natürlich weiter. Zunächst
habe ich gestern den Trace ausgephast und mit einem der Netzkabel The Essence
(sh. Foto unten, 2 Stck. im Hintergrund aus der Werkstatt) an denselben
Sternverteiler angeschlossen, an dem auch der Vector hängt. Im Foto
sieht man das Netzkabel quer durchs Bild vor dem CDP verlaufen; es ist
derart steif und lässt sich nicht um die Längsachse verdrehen, so dass
evtl. später in Ruhe eine geeignete Verlegung gefunden werden muss. Fürs
erste Reinhören war mir das egal. Auch das gesamte übliche Prozedere
das ich sonst vor jedem Hörtest durchführe (Purist Audio Enhancer - CD,
Gryphon Entmagnetisierer usw.) habe ich mir erstmal geschenkt. Auch sind
die Bespannungen auf den Lautsprecherfronten drauf geblieben - die SHT
habe ich allerdings abgehängt - und ich habe ganz bewusst am Anfang
keine audiophilen CDs ausgesucht, sondern zu Beginn eine alter
Popscheibe aus dem Jahr 1986 herausgekramt. Hier einer der bekannteren
Titel: Phil Carmen - Fire In The Night
Auch habe ich, bevor entsprechende Kritik erfolgt, keinen perfekten
Lautstärkeabgleich vorgenommen, ich wollte einfach nur mal den Trace
hören, mehr nicht. Zuvor habe ich mir das Album mit der Restek-Kette
angehört, danach den Trace angeschlossen, und die CD erneut gestartet.
Was mir dabei aufgefallen ist:
- Mein allererster Eindruck war: Alles wirkt sehr genau, sehr geordnet,
irgendwie sehr präzise und leicht nachvollziehbar im Raum positioniert.
Auch mit dem Vector kann ich bei geschlossenen Augen genau auf
die Position zeigen in der ein Instrument, eine Gesangsstimme, ein
Glöckchen oder was auch immer erklingt. Mit dem Trace gelingt das aber
noch einmal müheloser, man erkennt sofort was da wo ist, auch und vor
allem in die Tiefe des Raumes, also hintereinander gestaffelt. Die
Konturen der einzelnen Klangereignisse sind dabei extrem sauber
umrissen, so etwas wie "Höfe" um die Instrumente oder um die Stimme
herum konnte ich dabei nicht feststellen. Zugleich hatte ich den etwas
beklemmenden Eindruck in Verbindung mit der bange Frage, ob das nicht zu viel an Genauigkeit, ein zu
viel an Ordnung und Geradlinigkeit sein könnte. Ob angesicht dieser
geradezu unerschütterlichen preußischen Exaktheit nicht der Spaß auf der
Strecke bleiben könnte. Diese anfängliche Besorgnis verflog aber mit
jedem weiteren Titel immer mehr und mehr; das Gehirn benötigt scheinbar
etwas Zeit diese neuen Eindrücke zu verarbeiten, sich auf diese
ungewohnte Gangart einzulassen, sie zu akzeptieren und letztlich zu
goutieren. Wie gesagt, das waren nur meine allerersten spontanen
Eindrücke die ich ungeschützt hier hinschreibe.
- Ein weiterer Unterschied zum Vector zeigte sich bei den (ich bin nicht
sicher) Klangfarben, insbesondere bei den Stimmen. Wer schon einmal
Hochglanzfotos im Playboy angeschaut hat, dem ist sicherlich schon die
Frage in den Sinn gekommen: "Where is the meat…?" So stelle ich mir
gerade verwundert die Frage: "Where was the meat with the vector…?
Have I missed any kind of meat…?" Offen gestanden habe ich
diesbezüglich beim Vector nie etwas vermisst, hielt die Stimmen für
substanziell genau richtig und mit der richtigen Balance versehen, nicht
zu hell, nicht zu dunkel, nach meiner Auffassung eben gerade richtig.
Der Trace verändert daran überhaupt nichts, die Klangbalance scheint
dieselbe zu sein, aber über den Trace wirken die Stimmen irgendwie mit
mehr Autorität versehen, mit mehr natürlicher Präsenz innerhalb des
Klanggeschehens. Nicht lauter, nicht leiser, nicht vordergründiger oder
zurückgenommener, farblich eigentlich nicht anders, sondern einfach nur
mit mehr gelassener Selbstverständlichkeit. Himmel, wie soll man sowas
denn auch ausdrücken…??? Mehr Autorität, das scheint mir die richtige
Umschreibung zu sein.
- Ein dritter Unterschied der auch sofort "da" war, liegt für mich im
Tieftonbereich, besser gesagt im Tiefsttonbereich, irgendwo im
Übergangsbereich zum Infraschall, eher fühlbar als noch hörbar. Ein
paarmal habe ich mich erschrocken gefragt was das wohl war und woher das
kam. Bei beiden Vorverstärkern ist der Tieftonbereich knochentrocken
und exzellent durchhörbar, aber irgendwie schiebt der Trace ganz unten
offenbar mit noch mehr Nachdruck, "baucht" große Felle noch etwas mehr,
und skaliert im Tieftonbereich auch etwas genauer als der Vector es tut.
Aber aufgrund der Kürze der Zeit sind das alles nur erste Wahrnehmungen
die ich gestern "auf die Schnelle" und unter unspezifizierten
Bedingungen mitnehmen konnte.
- Ach ja, die Auflösung. Der Hochtonbereich ist beim Trace ein Genuss par Excellence, das kann der Vector so
nicht. Obwohl die höchsten Höhen eher etwas dunkler (oder nur
substanzieller?) wirken als beim Vector, erscheinen sie klarer umrissen
und genauer verfolgbar zu sein als beim Vector…, aber nochmal, das
sind nur meine ersten und spontanen Gedanken zu dem was ich bisher
gehört habe, nachher geht es damit weiter.
Das Bild vom gestrigen Abend könnte überschrieben sein mit: "Wer findet den Preamp…?" Der Kosename Dark shadow kommt nicht von ungefähr, ohne die LED bzw. wenn diese ganz
heruntergedreht sind findet man das Teil im abgedunkelten Hörraum kaum
noch, wie ein dunkler Schatten eben… ;-)
Noch ein Hinweis für diejenigen denen der weit aufgedrehte Lautstärkeregler
auffällt. Das ist beim Vector nicht anders, auch der steht bei gehobener
Zimmerlautstärke bei ungefähr 02.00 Uhr, weil ich vorsichtshalber die
Eingangsempfindlichkeit der Endstufe zurückgenommen habe, um
Einschalt-Plops des Trace bei laufender Endstufe prüfen zu können. Macht
er aber nicht.
Und bitte nicht ungerecht zum Restek Vector sein. Das ist ein toller
Vorverstärker, und zudem (für mich) eine wirkliche Augenweide. Was man
bei einem solchen Vergleich keinesfalls vergessen darf ist der Preis:
Ich weiß zwar nicht genau was der Trace später einmal kosten soll, habe
nur eine ungefähre Vorstellung davon, aber ich gehe mal davon aus sein
Preis wird deutlich höher angesiedelt sein als der des Restek. Bitte das immer im Hinterkopf zu behalten.
Gut
zwei Stunden nach Mitternacht will ich schnell noch einige Infos über
den Trace loswerden, mit dem ich in der letzten und in dieser Nacht
intensiv über viele Stunden gehört habe. Das Gerät war dabei rund um die
Uhr am Stromnetz. Beim Handauflegen zeigt sich, das Gehäuse erwärmt
sich nur wenig, es dürfte trotz des langen Dauerbetriebes eine
Temperatur um oder knapp über meine(r) Körpertemperatur erreicht haben,
so um harmlose 35-40 Grad schätze ich.
Als erstes will ich noch einen der ersten Eindrücke korrigieren der sich
heute nicht mehr bestätigt hat. Geschrieben hatte ich von einer
"…möglicherweise zu exakten preußischen Gangart, die vielleicht den
Spaß an der Sache verderben könnte." Zwischenzeitlich ist davon nicht
mehr viel übrig geblieben. Auch denke ich, dass zwar ganz am Anfang eine
Adaption meines Gehirns stattgefunden hat, mittlerweile glaube ich eher
an einen Einspielvorgang des Verstärkers der die Wahrnehmung erzeugt
hat. Jedenfalls wirkt das Klangbild jetzt noch etwas freier und
leichtfüßiger als am Anfang, und es macht wirklich eine Menge Spaß mit
diesem Teil zu hören.
Bislang ist das nur mit ein und derselben Quelle erfolgt, mit dem Restek CDP.
Da ich aber am Trace auch andere Quellen ausprobieren möchte,
insbesondere meine(n) Plattenspieler, und natürlich auch gestreamte
Musik aus dem Netz, habe ich weitere Anschlüsse vorgenommen. Zuvor hatte
ich noch die Geräte im Rack anders angeordnet wie man auf den Fotos
unten sieht. Der Vorverstärker steht nun auf einem eigenen Rackboden,
was der vorherigen Variante sicher vorzuziehen ist. Hinzu kommt das
geringere Einstauben unterhalb der Rackebene. So attraktiv die
profilierten Seitenteile auch aussehen mögen, und so viel Stabilität sie
dem Gehäuse auch bieten werden, im Hinblick auf Staubansammlungen in
den Nuten und Rillen sind sie eher suboptimal. Auch nach dieser
Umstellung ragt das obere Gerät - in diesem Fall der Radiant - rund
sechs Zentimeter zu hoch in die verspiegelte Fläche hinein; das stört
mich beim Hören mit offenen Augen. Es lässt sich aber leicht verändern,
da ich die Teile des Audio Magic Racks ohnehin in eigener Werkstatt
herstellen bzw. die vorhandenen Teile jederzeit kürzen kann.
Den Plattenspieler lasse ich nach wie vor über den Vector laufen und gehe
dazu vom fixen Tape - Ausgang in den Eingang No. 2 des Trace. Ob und wie
gut das funktioniert will ich morgen einmal ausprobieren. Auch den
ersten meiner drei separaten Wandler habe ich schon aufgebaut und
angeschlossen. Wollen doch mal schauen bzw. hören wie genau der Trace
die Texturen dieser drei unterschiedlich klingenden Wandler
auseinanderhalten kann. Nach dem was ich bislang hier hören konnte
dürfte ihm das vermutlich keinerlei schwierigkeiten bereiten.
Auch sehr spannend finde ich die Frage, ob bei der Wiedergabe von
Schallplatte nach wie vor der Vector es ist, der das Klangbild
verstärkerseitig dominiert…, oder ob der Trace dem Klangbild in dieser
speziellen Anordnung seine Stempel aufdrücken wird. Das wird bestimmt
interessant werden.
Gestern hatte ich geschrieben:
"Auch sehr spannend finde ich die Frage, ob bei der Wiedergabe von
Schallplatte nach wie vor der Vector es ist, der das Klangbild
verstärkerseitig dominiert…, oder ob der Trace dem Klangbild in dieser
speziellen Anordnung seine Stempel aufdrücken wird."
Zwischenzeitlich kann ich diese Frage beantworten, aber der Reihe nach. Nachdem die
Anlage vollständig eingeschaltet und etwas warmgelaufen war, habe ich
den Plattenspieler gestartet und den Trace auf Eingang zwei
umgeschaltet. Sofort war ein deutliches Brummen aus beiden Kanälen zu
hören. Also schnell den Ground Lift Schalter an der Rückseite des Trace
geschlossen und schon herrschte Ruhe. Zum Klangbild: Ich kann keine
nennenswerten Unterschiede dem gegenüber erkennen, wenn der Vector das
entzerrte Phono-Signal direkt an die Endstufe liefert.
Egal also ob der Trace dazwischen geschaltet ist oder nicht, es klingt
für mich zwar sehr gut und überaus befriedigend, aber ansonsten…,
tja…, gleich eben.
Aber wie kann es sein, werden sich manche vermutlich fragen, dass bei der
CD-Wiedergabe ein so großer Klangunterschied aufgetreten ist, bei der
Plattenwiedergabe aber nicht…? Wenn man einen Moment darüber nachdenkt
liegt die Antwort auf der Hand. Der Trace schickt das entzerrte und
verstärkte Phono Signal, das ihm vom Vector über die Tape out Ausgänge
angeboten wird, an die Endstufe weiter. Das Signal ist aber nur so gut
wie der Vector es zulässt…, und "irgendwie besser machen" kann es auch
der beste Vorverstärker nicht wirklich. Anders bei der CD-Wiedergabe.
Hier kam das Signal unmittelbar aus dem Radiant und
gelangte - ohne den Vector im Signalweg - zum Eingang des Trace. Besser
machen als es da war konnte es der Trace auch in diesem Fall nicht…,
aber er konnte aufzeigen welches enorme klangliche Potential im
Restek-CDP schlummert. Und genau das gelingt dem Vector aus gleichem
Haus eben nicht. Auch hier zeigte sich wieder die schiere Klasse des
Trace…, aber diese Klasse hat natürlich auch einen hohen Preis.
Nein, damit meine ich nicht den Kaufpreis, sondern den "Preis der Erkenntnis"
den ein Anlagenbesitzer zwangläufig zahlen wird, der sich einen solchen
Vorverstärker wie den Trace hinstellt und darauf hofft, hierdurch möge
nun sozusagen ganz von alleine gleich alles viel besser und toller und
highendiger klingen als zuvor. Das dürfte eine schwerwiegende
Fehleinschätzung sein, graduell mag das auch stimmen, aber der wirklich bestimmende
Faktor wird die Qualität der Quelle sein, so viel kann ich jetzt schon
sagen. Und wenn diese Quelle nur mittelmäßig oder gar minderwertig ist,
dann wird sich das am Trace unzweifelhaft zeigen. Warten wir mal ab was
geschieht wenn erst die verschiedenen Wandler an den Trace angeschlossen
werden.
Der
Trace wird für viele Leute vermutlich nicht in Frage kommen. Trotzdem
macht es Spaß mal mit so'nem Teil zu hören. Mich macht das regelrecht
betroffen erkennen und akzeptieren zu müssen, was mein heiß und innig
geliebter Restek Vector alles nicht kann, was mir ohne den unmittelbaren
Vergleich aber nie aufgefallen ist…, und was dafür der CDP Radiant
alles so drauf hat wenn man ihn nur lässt.
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Zitat von Tuner Trace scheint wirklich sehr sehr durchlässig zu sein , ohne Verluste.Klaus |
Hallo
Klaus, so stellt es sich mir bis jetzt auch dar. Das wird nicht jedem
gefallen, da bin ich sicher. Zumindest nicht denjenigen die ihre Geräte
in der Vergangenheit mühsam mit eher mittelmäßigen Komponenten
aufeinander abgestimmt haben. Viele normale Anlagenbesitzer, die in der
Materie nicht so drinstecken wie wir hier, erwarten doch sicherlich eine
sofort hörbare Klangverbesserung wenn sie ihre Geräte an einen solchen
Vorverstärker wie den Trace anschließen. Wie groß muss die Enttäuschung
sein tausende von Euro ausgegeben zu haben, und es klingt nicht viel
anders als vorher…? Wie auch, wenn das von der Quelle zugespielte
Signal nicht sehr hochwertig ist. Jemand der bereits über eine
höchstwertige Quelle verfügt, der dem Vorverstärker aus welchen Gründen
auch immer zu wenig Bedeutung beigemessen hat, der könnte plötzlich aus
allen Wolken fallen. Sowas Ähnliches erlebe ich ja gerade auch.
Wie Du auf den Fotos erkennst ist der Lautstärkeknopf am Trace immer noch
recht weit aufgedreht, weil ich die Empfindlichkeit der Endstufe noch
nicht verändert habe. Das hat den unschätzbaren Vorteil, dass ich die
Wandler mit ihren ungeregelten Ausgängen direkt an die Endstufe
anschließen kann ohne dass es zu laut wird. Bei dieser Art des
Anschlusses stellt sich sehr schnell heraus welcher Wandler wie klingt.
Schalte ich bei den folgenden Versuchen den Trace dazwischen, wird sich
nach meiner Einschätzung ebenfalls sehr schnell erweisen was er
hinsichtlich Transparenz, Raum, Selbstverständlichkeit usw. wirklich
taugt.
Nun
zum Vergleich des ersten externen Wandlers, eines Musical Fidelity den
ich schon gestern vorbereitet hatte und der im Bild schon zu sehen
war…, einmal symmetrisch direkt an die Endstufe angeschlossen, und
einmal asymmetrisch an den Trace. Ich will es kurz machen, ich höre da
keinen Unterschied. In beiden Variation erkenne ich klar die Signatur
des M1DAC, aber einen Unterschied im Sinne von besser oder schlechter
oder irgendwie anders…, tut mir Leid, nein. Vielleicht probiere ich
das morgen noch mal.
(…) Ich
kann natürlich nachvollziehen was Du schreibst, der M1 ist nichts
Besonderes, er klingt auch nicht besonders gut. Aber das zu überprüfen
ist ja auch nicht der Sinn dieser Versuche. Vielleicht sollte ich das
nochmal etwas näher erläutern. Alle diese Wandler oder CDP zeigen -
unmittelbar an die Endstufe angeschlossen - ihre jeweilige Signatur.
Irgendwelche Eigenarten, die sie von anderen unterscheiden, sie
sozusagen erst erkennbar machen. Ob dabei dann gute, mittelmäßige oder
schlechte Klangbilder entstehen, ob das jeweilige Klangbild zur Schärfe
neigt, ob die Staffelung nicht in Ordnung ist, Konturen nicht scharf
nachgezeichnet werden, S-Laute unsauber sind, Substanz, Kontrolle oder
Nachdruck ganz unten fehlt, oder was auch immer, all das ist bei dem was
ich im Moment feststellen möchte völlig unwichtig.
Die einzigen Fragen die micht im Moment brennend interessieren sind: "Ändert sich am Klangbild irgend etwas
wenn ich den Vorverstärker dazwischen schalte…? Werden Eigenarten der
Wandler signifikant verändert…? Bleibt die Unterscheidbarkeit in
vollem Umfang erhalten…?" Sollte sich daran irgend etwas verändern,
dann wäre dies ein Zeichen dafür, dass der Trace den Klang beeinflusst.
Dabei ist es dann auch völlig egal ob die Veränderung sich positiv oder
negativ auswirkt, es wäre ein Eingriff ins klangliche Geschehen. Und
sowas sollte ein hochklassiger Vorverstärker mMn tunlichst unterlassen,
finde ich.
Wenn jemand zukünftig einen einfachen Wandler an seinen Trace anschließt,
dann soll es damit genau so klingen wie es der Wandler eben zulässt, und
kein bißchen anders. Schließt jemand einen herausragend guten Wandler
an den Trace an, dann soll es genau so herausragend gut damit klingen.
Die Einzige Ausnahme hiervon, auf die gehe ich später vielleicht nochmal
ein, sollte es sich so ergeben. Bisher habe ich beim Trace noch nichts
dergleichen gefunden, bin aber mit den Tests ja noch lange nicht am
Ende.
Der ultimative Neutralitäts-Härtetest für den Trace, der erfolgt dann erst
ganz am Ende. Der dürfte dann letzte Klarheit bringen, aber dazu in ein
paar Wochen mehr…
So, mir reichts.
Da kann ich mich noch so sehr anstrengen und zum wiederholten Mal die
Geräte umstöpseln, immer wieder andere CDs auflegen, ich höre beim M1DAC
keinen Unterschied, ob der Trace nun in der Kette ist oder nicht. Das
mag aber an mir liegen, das weiß ich natürlich nicht genau. Also habe
ich den MF wieder eingepackt und einen anderen Wandler angeschlossen.
Auf den Fotos sieht man ihn, einen Madrigal Proceed PDP 2.5, den ich
seinerzeit nur aus nostalgischen Gründen gekauft habe und um ihn für die
Nachwelt zu erhalten.
Und wie klingt der nun…? Na wie ein 16Bitler der in die Jahre gekommen
ist, also längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die Technik
innendrin, die man auf dem dritten Foto aus dem Netz sieht, entspricht
in etwa der die man auch im PCD 2 vorfindet, den ich in meinem KH-Setup
seit längerer Zeit nutze. Natürlich nur noch als
Laufwerk/Datenlieferant, die Wandlung übernehmen andere Geräte. Heute
schaffe ich das nicht mehr, bin auch zu müde, aber morgen lasse ich mich
nochmal auf das antiquierte Klangbild des DPD ein und höre ihn mir
genau an. Am Trace konnte ich ihn heute schon kurz hören bevor ich die
Fotos gemacht habe. Morgen sehen und hören wir dann weiter, okay..?.
(…) Den
Versuch mit dem Madrigal - Wandler habe ich nach kurzer Zeit
abgebrochen. Zu schlecht war das Klangbild, als dass ich da noch längere
Zeit hätte zuhören können. Kai hat Recht, der PDP ist fertig und bedarf
dringend einer Überarbeitung. Also habe ich ihn erstmal wieder
eingepackt und auf unbestimmte Zeit ins Lager verfrachtet.
Angeschlossen habe ich stattdessen den Aune X1s, zunächst direkt an die
runtergeregelte Endstufe. Direkt daneben habe ich (provisorisch) den
Datenlieferanten gestellt, den schweren und sehr robusten Yamaha Player
der sonst nicht mit ins Bild käme. Das typische Klangbild, die typische
Signatur dieses kleinen Wandlers stellte sich dabei sofort wieder ein.
Vor einigen Seiten hatte ich dessen Klang in Verbindung mit dem
untauglichen Versuch, das Signal aus der geregelten Kopfhörerbuchse zu
entnehmen, einmal so beschrieben:
![]() |
Zitat von Janus525 Etwas zu schlank, etwas zu blutarm, etwas zu flach und breit abbildend, recht wenig Plastizität, minimal ausgefranste Konturen, aber du meine Güte, für gerade mal 250,- Euro kann man den m.E. für Leute ohne allzu hohe Ansprüche empfehlen. |
Diese Aussage gilt für den Anschluss über die ungeregelten RCA-Ausgänge.
Ganz ehrlich, wenn man einige Tage mit anderen Wandlern und CDP gehört hat,
erst recht mit dem Restek Radiant, dann ist das nichts für verwöhnte
Ohren. Es steht zwar (bis zu) 32Bit Auflösung außen drauf, auch die
Filtercharakteristik lässt sich in mehreren Varianten wählen, aber mit
realistischer oder zumindest realitätsnaher Musikwiedergabe hat das für
mich wenig zu tun. Zu dünn, zu "fiepig" und zu breit und zerrissen hört
sich das an, und das angenehme Massieren des Zwerchfells, selbst bei
geringer Lautstärke, wenn Bassläufe ganz tief in den Keller
hinabsteigen, ist völlig weg. Am Trace angeschlossen ist das nicht
anders, die Signatur ist praktisch dieselbe, und trotzdem höre ich da
einen Unterschied. Nicht tonal, nicht in Tiefe und Breite des
Klanggeschehens, nicht im Bezug auf die spröde und zu helle, fast
anämische Darstellung, die ist gleich geblieben. Und doch existiert da
ein Unterschied der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Am
Vorverstärker klingt es irgendwie erwachsener, reifer, so als wäre da
mehr Headroom, würde mehr Potential in stiller Reserve schlummern…,
wirklich schwer zu erklären.
Das erinnert mich an viele Versuche in der Vergangenheit mit passiven
Vorverstärker - die ja letztlich keine Verstärker sondern lediglich
Abschwächer sind, kombiniert mit Eingangsumschaltern - die praktisch
immer zum selben Ergebnis geführt haben. Es klang damit nicht wirklich
schlecht oder falsch, vorausgesetzt die Ausgangsstufen der
Tonbandgeräte, Tape Decks, Tuner und später CDP lieferten genug
Pegel…, aber mit einem guten Vorverstärker wirkte es
irgendwie erwachsener, nachdrücklicher, sozusagen mit mehr Autorität
versehen, und das praktisch immer. Mein Eindruck war oft: Einen billigen
oder mittelmäßigen Vorverstärker konnte man sich oft schenken (im Sinne
von weglassen) wenn man nur eine einzige Hochpegelquelle nutzen wollte.
Ab einer bestimmten Güte der Vorstufen, einhergehend mit entsprechenden
Kaufpreisen, wie z.B. meines damaligen Audible Illusions Modulus 3A…, oder meines Brystone BP25…, oder meines Brinkmann Calvin…,
sie alle waren den passiven Vorverstärkern klar überlegen. Mag sein,
dass die Quellen der Zuspieler damals oft nicht so gut waren wie sie es
heute zum Teil sind, aber der Aune hat heute gezeigt, dass einfache
Wandler mit schwachbrüstigen Netzteilen von einem hochklassigen
Vorverstärker durchaus profitieren können. Theoretisch…, praktisch
wird aber kaum jemand in Versuchung geraten einen 250,- Euro wandler an
einen Brinkmann Calvin zu hängen… :-)
Im Moment möchte ich es bei diesen ersten Neutralitäts- oder
Transparenztests mit den verschiedenen Wandlern bewenden lassen. Der
Trace zeigt praktisch jeweils dasselbe Klangbild, so als wäre er gar
nicht da. In sofern lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und
behaupte, niemand muss befürchten sich mit diesem Vorverstärker den
Klang irgendwie zu verschlechtern. Der Trace macht am Klangbild nix, er
will nicht mal spielen, er lässt einfach völlig transparent hinten raus
was man ihm vorne hineinschickt. Je besser das ist, umso besser wird es
auch klingen…, und je schlechter das ist, umso schlechter wird auch das
Ergebnis sein. "Garbage in, Garbage out" könnte das Fazit lauten, oder aber "High quality in, High quality out",
das hat jeder zukünftige Trace Besitzer durch die Wahl seiner Quellen
selber in der Hand. Soweit ich das bislang einschätzen kann wird der
Trace wohl jede Steigerung mitgehen können. Bei Marc und dem Lampizator
schlägt dann möglicherweise die Stunde der Wahrheit, aber wir werden
sehen….
Dann habe ich die Einganspegelregler der Endstufe auf Rechtanschlag gedreht,
und wieder mit dem Radiant am Trace gehört. Dabei stellte sich folgende
Besonderheit heraus: Ist die Lautstärke komplett zugedreht steht der
Leuchtpunkt fast senkrecht nach unten. Durch den weiten Drehwinkel des
Khozmo Lautstärkestellers und die vielen Rastpositionen, steht der
Regler auch beim Hören etwas anders als dies üblicherweise der Fall ist.
Die Abstufung gerade im unteren Bereich ist sehr fein, so dass eine
angenehme Lautstärke (etwas unterhalb der Zimmerlautstärke) etwa
zwischen 10.00 Uhr und 10.30 Uhr erreicht wird; gehobene Lautstärke gibt
es dann ungefähr (erst) zwischen 12.00 Uhr und 01.00 Uhr…, und ab
etwa 03.00 Uhr wissen die Nachbarn was da gerade im Nachbarhaus läuft.
Der Steller lässt sich auch dann noch um einige Klicks weiterdrehen…,
aber dann könnter es schlagartig still werden… ;-) Natürlich hängt das
alles vom jeweiligen Ausgangspegel der Quelle, vom Wirkungsgrad der
Lautsprecher, vom Abstand zu den Nachbarhäusern usw. ab, aber das wisst
ihr natürlich… ;-)
So, morgen Abend bis in die Nacht sind erstmal andere Dinge wichtiger als
den Trace zu testen. Wie bitte…? Nein, das habe ich nicht gemeint,
sondern einfach nur ganz entspannt und in aller Ruhe Musik zu hören…
;-)
Hier
eine kleine Zusammenfassung des gestrigen Abends, an dem ich nichts
weiter getan habe als Musik zu hören, ohne Streß, ohne Umbauereien an
der Anlage, und ohne jeden Zeitdruck bis tief in die Nacht hinein. Was
soll ich sagen, es klingt einfach nur hervorragend. Zwei deutliche
Schübe waren es, was das genüssliche Hören anbelangt, die aus meiner
Sicht in letzter Zeit wirklich beeindruckend waren. Der erste Schub war
die weitestgehende Befreiung der Anlge von HF-Einflüssen, die allerdings
einen Haufen Arbeit gemacht hat. Ausgelöst durch Beiträge die Stefan /
Audio Optimum seinerzeit durch seine Untersuchungen und seine spannenden
Beiträge angeschoben hat, und realisiert in Form der praktischen
Umsetzung durch die Unterstützung von Thomas / TMR und einigen anderen
sachkundigen Foristen. Die Verbesserung durch die komplette
Neuverkabelung vom Sicherungskasten bis hin zur Anlage, die diversen
Filtermaßnahmen und der gezielten Einsatz von Turmalin war ein
entscheidender Durchbruch auf der Suche nach dem perfekten Klang in den
eigenen vier Wänden. Die Verbesserungen waren nichts weniger als
beeinduckend, so habe ich das seinerzeit wahrgenommen und eingeordnet.
Den zweiten Qualitätsschub erlebe ich gerade bei der Implementierung des
Trace in meine Kette. So klar, so transparent, so selbstverständlich und
völlig losgelöst, dabei mühelos verfolgbar bis in den letzten Winkel
der imaginären Bühne, hat es hier noch nie
geklungen. Nun könnte man folgern, der Trace klinge sensationell gut.
Das tut er mMn nicht, obwohl viele Anlagenbesitzer das wohl so
beschreiben würden. Er klingt nicht, davon bin ich nach rund einer Woche
intensiver Beschäftigung und klanglicher Beurteilung dieser Vorstufe
überzeugt. Seine Qualitäten sehe ich in seiner phänomenalen Transparenz,
in der optimalen Durchlässigkeit all dessen was ihm angeboten wird. Er
mischt sich nicht ein, verändert nichts, lässt erst recht nichts weg,
und hilft bestenfalls schwachbrüstigen Ausgangsstufen vorgeschalteter
Quellgeräte mit einem mehr an Autorität und Realitätsanmutung.
Heute Nacht damit Musik zu hören war wirklich Genuss pur, war quer durch die
unterschiedlichen Genres, mal begleitet vom breiten Grinsen mit
rhytmischem Headbangig, bis zum ganz stillen Sitzen in tiefer
Betroffenheit, eine sowohl aufregende als auch emotional bereichernde
Erfahrung, die ich hier und in diesem Raum bei der Wiedergabe über
Lautsprecher so noch nicht kannte. Das macht
riesigen Spaß und auch ein wenig süchtig, weil man einfach nicht mehr
aufhören möchte, bis man irgendwann wirklich nicht mehr kann und der
Körper sein Recht auf Schlaf einfordert. Echt schön.
Die
letzten beiden Nächte habe ich damit verbracht dem Trace, bzw. der
Kette in der er spielt, weiter auf den Zahn zu fühlen. Dabei habe ich
aber erstmalig Ernst gemacht, und die Anlage vor dem jeweiligen Hören
der Prozedur unterzogen, die ich bei anspruchsvollen Hörtests praktisch
immer durchführe…, also gründlich warmlaufen lassen, die Purist Audio
Enhancer CD etwa eine Stunde lang drüberlaufen lassen, mit dem Gryphon
entmagnetisieren…, sollte einigen von euch schon bekannt sein.
Mit dem XLO Signature zwischen den symmetrischen Ausgängen des Trace und
den symmetrischen Eingängen der (voll aufgedrehten) Endstufe ist das
Hören ein wahrer Genuss, aber der Trace ist ja nicht (nur) zu meiner
Erbauung hier, sondern auch um nach strengen klanglichen Maßstäben
beurteilt zu werden. Als erstes habe ich also das XLR - Kabel entfernt,
und durch ein Standard-Cinchkabel von Viablue ersetzt, konfektioniert
mit Viablue - Steckern, es also zwischen den asymmetrischen LINE OUT
Ausgängen des Trace und den asymmetrischen Eingängen der Tensor Endstufe
angeschlossen. Ein zweites XLO - Signature habe ich leider nicht, und
das Viablue war gerade greifbar. Das resultierende Klangbild war eine
herbe Enttäuschung. Der Raum wurde deutlich kleiner und enger, alles
klang irgendwie aalglatt und geschmeidig, gefällig zwar, aber ohne
sauber zu differenzieren oder wirklich transparent zu wirken, dabei
nicht wirklich schlecht, aber auch nicht sonderlich motivierend damit
weiterzuhören. Nun ist das NF-S1 nicht gerade eine Billigstrippe, aber so
schlecht dürfte es nun auch wieder nicht sein. Zumal Frank irgendwo
geschrieben hatte, die asymmetrische Ausgänge des Trace seien den
symmetrischen Ausgängen prinzipbedingt überlegen…, aber genau so hörte
es sich zunächst nicht an.
Um der Ursache für die klangliche Einschränkung auf die Schliche zu kommen, habe ich eines der beiden Mach2 NF - Kabel aus der Werkstatt geholt und das Viablue dagegen getauscht. Welch' ein Unterschied…! Sofort öffnete sich der Raum wieder, alle Details waren wieder deutlich erkennbar, Blasinstrumente erhielten wieder ihre volle Strahlkraft, Staffelung und Skalierung waren wieder gegeben. Nicht ganz auf dem Niveau des XLO - Signature, das will ich nicht behaupten, aber in einem Maß mit dem ich auch auf Dauer gut leben könnte, wenn…, ja wenn es das XLO nicht gäbe.
Kurz zum Namen Mach2 für diejenigen, die den Hintergrund der Namensgebung
nicht kennen. Dieses Kabelmatrial hat mir Frank vor Jahren einmal
zukommen lassen damit ich es testen kann, und solange er es nicht
zurückhaben will behalte ich es erstmal hier. Kaufen kann man es
nirgendwo, weil es ursprünglich aus der Verkabelung eines russischen
MIG-Kampfflugzeuges stammt. Im Urzustand war das Kabel fast 20mm dick,
starr wie ein stabiles Fahrradschloss, mit einer hitzefesten Umhüllung
versehen, die etliche Brandflecken durch partielle Überhitzung
abbekommen hatte. Nach Entfernen der äußeren Umhüllung, einiger
Schirmungen und strammen Umwicklungen mit Teflonstreifen bleibt das
übrig was man unten im Foto sieht. Das Silberkabel ist recht schwer,
etwas sperrig, und läuft natürlich an wie Silber es immer tut.
Morgen höre ich mir das in aller Ruhe nochmal an, und tausche danach das Mach2
gegen das Silent Wire NF16, das z.Zt. in meiner KH-Kette zwischen
Wandler und Stax SRM - 006tS werkelt. Ob es an das XLO herankommt…?
Wir werden es erleben. Eines ist aber schon jetzt klar. Wer sich einen
solch transparenten Vorverstärker hinstellt sollte darauf gefasst sein,
dass dieser nicht nur mittelmäßige Quellen schonungslos entlarvt,
sondern auch bislang als "ganz gut" angesehene Kabel plötzlich "nackt im
Wind" stehen. Schummeln oder irgendwelche Halbherzigkeiten in der
Peripherie des Trace funktionieren nicht, das führt einem dieses Teil
drastisch vor Augen.
Hallo
allerseits, gleich heute Morgen, bevor es so richtig warm wurde, habe
ich mich noch einmal hingesetzt und überprüft was ich gestern
geschrieben habe. An der Beurteilung hat sich nichts geändert, das Mach2
zwischen dem Trace und der Endstufe klingt ganz hervorragend, das
Viablue NF-S1 Silver Quattro fällt dagegen enorm ab, ist mit dieser
Gerätekonstellation praktisch unanhörbar. Zur Sicherheit, und um
auszuschließen dass sich im Viablue irgendein Fehler versteckt, habe ich
das NF-S1 noch einmal in einer XLR Variante angeschlossen; das
bescheidene klangliche Ergebnis war praktisch dasselbe wie gestern mit
der RCA Variante.
Dann wieder das Mach2 angeschlossen. Frisch, lebendig, weiträumig,
detailverliebt und ausgezeichnet aufgelöst perlte die Musik aus den
Lautsprechern. Das macht richtig Spaß mit diesem Kabel zu hören. Auch
hatte ich den Eindruck, dass seit gestern noch eine winzige Spur von
kaum wahrnehmbarer anfänglicher "Zickigkeit" verloren gegangen ist.
Offensichtlich gab es bei diesem Silberkabel, das seit mindestens zwei
Jahren nur im Schrank gehangen hat, eine Art erneuten Einspielvorgang.
Im Moment gibt es daran wirklich nichts mehr zu meckern, es bleibt also
zunächst in der Kette bis ich entweder das XLO umkonfektioniert habe…,
oder aber ein weiteres 1.1 mit Cinchsteckern dazu kommt. Ist zwar
unwahrscheinlich, aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben… :-)
Das Silentwire NF16 habe ich garnicht erst ausprobiert, besser als das
Mach2 oder gar als das XLO ist es nach meiner Einschätzung auch nicht,
außerdem soll es ohnehin in der KH - Kette bleiben weil es dort
hervorragend zum Stax Versorgungsteil passt.
Zum Schluss habe ich dann noch den Kopfhöreranschluss ausprobiert. Den
Trace habe ich dazu im Rack etwas zurückgeschoben, um die KH-Buchse von
oben her im Spiegel sehen zu können. Den Kopfhörer in diese rückwärtige
Buchse einzustöpseln, und ihn später nach Entriegeln der
Sicherheitsklinke wieder herauszuziehen, ist im engen Rack etwas
fummelig, zumindest so lange man nicht ohne es zu sehen genau weiß wo
sich diese Buchse befindet. Der Klang mit dem KH am eingebauten
Verstärker…? So wie mein AKG K812pro immer klingt, was soll ich sonst
sagen…? Ich erkenne da nichts Anderes als das was ich sonst am E1 auch
höre. Vielleicht eine winzige Spur mehr Nachdruck in tiefen lagen,
minimal mehr Fülle im Klangbild, aber sonst…???
Je länger ich das hier mache umso bewusster wird mir, dass ich zwar
verschiedene Wandler, Kabel, und jetzt auch meinen Kopfhörer getestet
und bewertet habe…, aber eigentlich nicht den Vorverstärker. Hat von
euch jemand auch schon mal sowas erlebt…? Einen Vorverstärker, der so
transparent und neutral ist dass man seinen Klang nicht beschreiben kann, sondern nur den Gesamtklang durch ihn oder in Verbindung mit ihm…?
Jetzt höre ich für die nächsten Tage erstmal auf zu testen und mir die Nächte
um die Ohren zu schlagen, und schaue ob ich andere HiFi-Freunde aus
meinem Umfeld dazu bringen kann sich das hier anzuhören. Mal abwarten
was die dazu sagen.
![]() |
Zitat von Franz Im Grunde kann man den in den Signalweg eingeschliffenen Vorverstärker nicht als solchen hören und damit bewerten. Er spielt ja im Verbund mit anderen Komponenten. Was jetzt dann genau vom Vorverstärker herkommt, weiß man erst, wenn man die gleiche Quelle direkt ohne den Vorverstärker hört. Gruß Franz |
Hallo Franz,
ja und nein würde ich meinen. Natürlich hört man immer das Gesamtergebnis
einer ganzen Kette, das ist richtig. Dennoch schälen sich nach längerem
Hören und nach einer Vielzahl unterschiedlicher Titel oft gewisse
arteigene Merkmale der einzelnen Vorverstärker heraus. Der Brinkmann
Calvin zum Beispiel wirkte auf mich immer ein wenig kühl, ein bißchen
auf der uncharmanten Seite angesiedelt, während der AI Modulus 3A diesen
Charme vermittelte. Nun gut, das war eine Röhrenvorstufe, in sofern
dürfte das keine allzu große Überraschung bieten. Auch der kleine LR,
den Frank zuerst vorgestellt hat, und dessentwegen dieser Threat
überhaupt erst eröffnet wurde, war für mich unverkennbar, egal mit
welcher Art von Musik ich ihn beschickt habe. Der hat mir so viel Spaß
gemacht dass ich ihn kaufen wollte und traurig war ihn wieder
zurückgeben zu müssen.
Auch die Restek Geräte, insbesondere der Vector, zeigen eine ganz bestimmte
Signatur die mir sehr nah ist, dichter zum Beispiel am Brinkmann und am
Brystone gelegen als am Audible Illusions. Was ich nie und nimmer
erwartet hätte ist, wie viel an musikalischen Informationen in den
Vector zwar hineingelangen aber nicht wieder herauskommen. Das hört sich
schrecklich an wenn man es so liest, und es wirkt vielleicht so als
tauge der Restek plötzlich nicht mehr viel, aber das ist natürlich
Quatsch. Der Vector ist und bleibt für mich ein toller Vorverstärker mit
dem ich jede Menge Spaß hatte und auch weiterhin haben werde, von der
(für mich) bildschönen Optik dieses Gerätes einmal ganz zu schweigen.
Und ja, was Du zum direkten Anschluss von Quellgeräten an Endstufen
schreibst kann ich auch bestätigen. Es klingt mit einem guten
Vorverstärker praktisch immer "irgendwie" etwas besser als ohne
Vorverstärker, wobei mir das vor einigen Tagen z.B. mit dem M1DAC nicht
bewusst geworden ist. Aber in einer solchen Testsituation sind durch das
konzentrierte Hinhören ohnehin manche Wahrnehmungskanäle nicht ganz so
sensitiv wie bei absichtslosem Hören über Tage und Wochen. Die bislang
einzige (für mich) überzeugende Ausnahme von dieser (für mich) minimalen
Einschränkung der "Direktanschlussmethode" war der Lampizator bei Marc.
Ansonsten ja klar, ein erstklassiger Vorverstärker ist etwas Feines, da bin ich ganz bei Dir.
![]() |
Zitat von SolidCore Die Frage stelle ich mir ebenfalls. Nimmt man einen regelbaren CD-Spieler, oder RME-DAC o.ä, und schliesst diese direkt an die Endstufen, "klingt" es meist anders, als wenn man eine Vorstufe dazwischensetzt. Aber was ist "richtiger"? Gruss Stephan |
Gute
Frage, Stephan…, aber ist das denn überhaupt so wichtig…?
"Richtiger" ist für mich stets das Klangbild, das mein Gehirn als
richtig (im Sinne von realitätsnah) zu akzeptieren bereit ist. Solange
da irgendwelche Irritationen und Unplausibilitäten auftauchen verwehren
mir diese die angestrebte Gefühlstiefe und emotionale Bereicherung die
ich beim Musikhören anstrebe. Das gilt ja auch für andere Bereiche des
täglichen Lebens, in denen tiefe Emotionen Ziel und Anspruch zugleich
sind. Wenn beim Betrachten eines schönen Bildes das Licht (für mich)
nicht stimmt, stört das den Gesamteindruck. Wenn bei einem aufwändig
gekochten Essen (für mich) ein Gewürz fehlt, stört das den
Gesamteindruck. Wenn eine attraktive Frau ein Parfüm trägt das (für
mich) weder zu ihr noch zum Anlass passt, stört das den Gesamteindruck.
Ob der Maler eine andere Beleuchtung für "richtiger" hält, der Koch die
Würzung seiner Speisen als genau "richtig" empfindet, und ob die Dame
genau dieses Parfüms über alles liebt weil sie es für "richtig" hält
interessiert mich dabei herzlich wenig. Ich will weder akzeptieren was
andere da sehen, schmecken oder riechen, noch will ich mein
musikalisches Gusto einem irgendwie gearteten, scheinbar objektiven
Maßstab unterordnen. Und genau das ist der Grund weshalb ich mir die
Freiheit nehme die Geräte und Kabel so auszuwählen und einzusetzen, die
meinen Maßstäben am ehesten entsprechen.
Guten Morgen, ja ich weiß, erstmal nur noch entspannt hörten…, erstmal keine Tests mehr…, keine Vergleiche…, keine durchwachten Nächte usw. Okay, der Geist ist ja willig, aber das verdammte Fleisch… ;-)
Als bekennender Schallplattenfreund musste es jetzt sein, ich wollte
unbedingt wissen wie es klingt wenn ich den Phono Pre des Vector über
dessen TAPE OUT zum Trace durchschleife und mir das vergleichend anhöre.
Wie toll das von der Schallplatte klingt, und wie man (ich) sofort von
der Musik einer guten Schallplatte gefangen genommen wird, muss ich
sicher niemandem erklären der über entsprechende Abspielgeräte verfügt.
Für die vergleichende Beurteilung habe ich eine Scheibe ausgewählt, die
ich sowohl in Form einer LP als auch in Form einer CD besitze. Auf dem
ersten Foto sieht man deren beider Hüllen. Die CD liegt dabei schon
abspielbereit in der Lade, die Platte schon auf dem Plattenteller. Um
möglichst identische Bedingungen für beide Quellen zu schaffen, habe ich
für die Verbindung zwischen TAPE OUT und Eingang 2 des Trace ein
zweites Pärchen Sonoran Plateau ausgewählt. Im leider etwas unscharf
gewordenen Foto sieht man eines dieser ausgezeichneten Kabel oben links
am Ausgang des CDP, und eine Etage darunter rechts das zweite Kabelpaar
desselben Typs.
Durch einfaches Hin- und Herschalten zwischen Eingang 1 und Eingang 2 des
Trace war ein unmittelbarer Vergleich der Klangbilder möglich, wobei ich
die Lautstärke bei der CD Wiedergabe wesentlich weiter aufdrehen musste
als bei der LP Wiedergabe, um bei beiden etwa gleiche Pegel zu
erhalten. Für eine ausführliche Beschreibung ist es mir bereits zu spät,
dafür bitte ich um Nachsicht, das kann ich ja später immer noch machen.
Aber von einer (für mich) ganz wichtigen Erkenntnis will ich noch kurz
berichten:
Selbst bei gehobener Lautstärke während der Wiedergabe der LP, ein ganzes
stückweit schon über der Zimmerlautstärke, höre ich, wenn ich die Nadel
aus der Rille hebe, am Hörplatz… NICHTS…!!! Kein Brummen, kein
Rauschen, einfach gar nichts. Erst wenn ich aufstehe und mit seitlich
gedrehtem Kopf in die Nähe der Chassis trete, erkenne ich aus etwa 10 -
15cm Abstand sehr leises Rauschen. Das haut mich ehrlich gesagt um, und
das hätte ich so minimal bei der
Schallplattenwiedergabe nicht erwartet. Wie es sich bei der CD
Wiedergabe verhält bedarf eigentlich keiner Erwähnung, der Trace ist
selbst bei extrem aufgedrehter Lautstärke totenstill. Im letzten Foto
sieht man dass beide Geräte - Plattenspieler und CDP - gleichzeitig
laufen.
Was
mich etwas verwundert ist etwas Anderes: Warum ist die
Schallplattenwiedergabe - in den Vector hinein, durch den Vector
hindurch, in den Trace hinein, und dann zur Endstufe - störungsfreier
(sprich rauschärmer), als wenn ich den Vector direkt
mit der Endstufe verbinde…? Die einzig plausible Erklärung die mir
dazu einfällt ist die: Das im Phono PrePre gewonnene und entzerrte
Signal wird unter Umgehung einer zusätzlichen Ausgangsstufe unmittelbar
an den TAPE OUT weitergeleitet, statt erst ganz am Ende der
Verstärkungskette - natürlich mittels eines Spannungsteilers im Pegel
reduziert und unter Umgehung des Lautstärkereglers - abgegriffen zu
werden. In der Praxis würde das bedeuten, dass die letzte Ausgangsstufe
des Vector dem Signal zur Endstufe hin Rauschen hinzufügt. Eine solche
Stille (gemeint ist Rausch- und Brummfreiheit) zwischen den einzelnen
Titeln beim Betrieb eines Plattenspieler, daran kann ich mich nicht
erinnern.
(…) In
der Tat bestätigst Du meine Vermutung was die unterschiedlichen
Rauschpegel anbelangt. Es ist nun nicht so, dass der Rauschteppich des
Vector den Spaß an der Schallplattenwiedergabe merklich einschränken
würde, gewiss nicht, aber der Unterschied zwischen beiden Betriebsarten -
mal mit dem Vector alleine, mal mit dem Trace in der Kette - ist doch
klar erkennbar.
Hallo
allerseits, letzte Nacht habe ich noch mehrfach vergleichend gehört.
Gemeint ist der Vergleich zwischen einer meiner Schallplatten und der
jeweiligen CD eines bestimmten Interpreten mit denselben Titeln. Zu den
Resultaten kann ich erst in der kommenden Nacht etwas schreiben. Soeben
habe ich den Aune X1s - DA Wandler, der auch in der Vergangenheit
Youtube Videos u.ä. von meinem Laptop abgespielt hat, wieder an die
Anlage angeschlossen. Als Verkabelung habe ich die von Moritz Schley /
Offenes Ohr Berlin gefertigten, mit Neutrik Steckern versehen Kabel
verwendet. Auf dem vierten Foto sieht man sie (leider verschwommen)
parallel zu den Mach2 Kabeln verlaufen. Für den Zweck sollte es
genügen, da die Wiedergabe über mein Laptop ohnehin nicht die Qualität
erreicht, die ich hier über Schallplatte und CD erziele.
Der Wandler (auf der unteren Ebene des rechten Racks) ist jetzt an Eingang
fünf des Trace angeschlossen; auch dessen Wiedergabe ist bei höheren
Lautstärken völlig Rausch- und Brummfrei…, natürlich bei angehaltenem
Video… ;-) Was ich noch nicht versucht habe ist, die
Spannungsversorgung des Wandler über ein zusätzliches Filter vollständig
vom Rest der Anlage zu separieren; schließlich ist er neben dem CDP das
einzige Digitalgerät in der gesamten Kette. Notwendig dürfte das aber
nach dem was ich hier bislang höre eigentlich nicht sein.
Vielleicht gelingt es mir in der kommenden Nacht ein kleines Fazit zu ziehen, eine
kurze Zusammenfassung dessen zu formulieren was ich im Verlauf dieser
Tests herausfinden konnte. Mal schauen, bin im Moment noch immer echt
müde von der vergangene Nacht.
(…) Veranlasst
durch das was ich da gestern von Schallplatten gehört habe, wollte ich
heute weitere LPs abspielen. Meine Frau hat eine ziemlich große
Schallplattensammlung, für die ich mich in der Vergangenheit nicht
sonderlich interessiert habe, weil mir die Musik meist nicht gefallen
hat. Dennoch habe ich heute nochmal durchgeschaut was sie da im Regal
hat und dabei festgestellt, dass sie jede Menge dieser sogenannten
Maxi-Singles besitzt, die mit 45rpm abgespielt werden. Also mir eine
geschnappt, erstmal den Reinigungsarm einmal drüberlaufen lassen, und
dann schön laut gehört.
Es ist verblüffend was die Nadel an ungebremster Power und Dynamik aus
einem solch "veralteten" Medium herausholt. Ein brettharter Kickbass,
der einem rhytmisch in den Magen tritt, unterlegt mit schwärzesten
Syntibässen die in den Eingeweiden wühlen, das alles völlig sauber und
hochdynamisch, wie in einer technisch bestens ausgestatteten Disco, man
kann es kaum glauben. Zum Vergleich habe ich das Youtube Video mit
derselben Lautstärke abgehört. Das war wirklich kein Vergleich,
vielleicht wirkte das Video noch etwas differenzierter…, aber die
Schallplattenwiedergabe war dynamisch haushoch überlegen. Und das
Tollste war: Trotz der wirklich hohen Lautstärke während des Abhörens
war verstärkerseitig kein Rauschen oder Brummen zu hören, nachdem die
Platte zu Ende war. Ich bin hin und weg. Die Kombination mit dem Phono
Pre im Vector und dem Trace vor der Endstufe ist eine wirklich tolle
Variante.
Ehrlich
gesagt weiß ich auch nicht mehr was ich mit dem Vorverstärker noch
ausprobieren und worüber ich noch schreiben könnte. Außer Quellen
umschalten und Lautstärke regeln macht er ja nichts Besonderes, und -
fast vergessen - man kann einen dynamischen Kopfhörer daran betreiben.
Er besitzt keinen integrierten Wandler, weder D/A noch A/D, er verfügt
über keinen Phonoeingang, kein DSP mit dem sich eine Raumkorrektur
durchführen ließe, keine etlichen Knöpfe und Schalter und Regler mit
denen sich der Spieltrieb befriedigen ließe, nichts dergleichen. Auch
kann man ihn nicht ins Regal stellen um mit der optischen Erscheinung
bei irgendwelchen Besuchen von Freunden und Bekannten anzugeben.
Alles was man damit kann ist begeistert Musik zu hören, und das auf einem
extrem hohen Niveau…, natürlich immer vorausgesetzt der Rest der Kette
lässt es zu. Hast Du denn (oder haben andere) irgendwelche Ideen was
ich noch ausprobieren könnte…?
Auf
mich wirkt dieser Vorverstärker so, als wollten Frank und sein Team
eine Art Statement schaffen, einfach mal zeigen was Leute, die seit
Jahrzehnten im Bereich professioneller Beschallungs- und
Veranstaltungstechnik ihre Brötchen verdienen, alles so drauf haben.
Anders kann ich mir das nicht erklären, denn über eines dürften sie sich
im Klaren gewesen sein: Massenkompatibel ist ein solches Gerät nicht,
und in größeren Stückzahlen dürfte es sich dank enorm aufwendiger
Handarbeit wohl auch nicht verkaufen lassen. Jens das ist nach meiner
Überzeugung was für Individualisten mit allerhöchsten Ansprüchen an den
Klang. Gerade ist mir das wieder bewusst geworden, und das mit schnöden
Youtube Videos.
Leonard Cohens tiefes, zugleich knurriges und hauchendes Organ im Titel "You
want it darker" wird derart differenziert wiedergegeben, das ist (für
mich) zutiefst beeindruckend und macht (mir) Gänsehaut. Klar kenne ich
das auch vom Hören mit dem Stax…, aber doch nicht in einem so großen und weiten Raum und so
enorm plastisch wie jetzt eben über Lautsprecher. Das Lösen seiner
Zunge vom Gaumen ist jedesmal klar zu erkennen, die verhaltenen Tupfer
auf den unterschiedlichen Saiten der Bassgitarre sind fein skaliert und
superleicht verfolgbar. Der vielstimmige Chor im Hintergrund bildet
einen weiten Rundbogen weit hinter dem Sänger, die einzelnen Stimmen
werden sauber abgebildet, und der zum Ende hin singende Solist steht wie
festgenagelt ein stückweit vor dem Chor. Hier ist der Titel: Leonard
Cohen - You Want It Darker
Dann das Kontrastprogramm, zum Beispiel das Stück "Jericho" von Baal, das
hier soeben gelaufen ist. Hammerhart diese Kombination aus hoher
Auflösung, enormem Nachdruck der mächtigen Posaunen(?) die einen bei
hoher Lautstärke fast wegblasen, und dann noch der elektronisch erzeugte
Tiefstbass der etwa bei 03:50 nahtlos in subsonische Regionen absteigt.
Aber höre mal selbst: Baal - Jericho (Original Mix)
Oder der nachfolgende Titel "Tarlabasi" erzeugt eine fast hypnotische
Wirkung wenn man sich darauf einlässt: Tarlabasi (Be Svendsen Remix)
Ich bin jetzt so ins Schwärmen geraten, das wollte ich eigentlich gar
nicht. Und ich weiß genau was gleich passieren wird wenn ich nicht damit
aufhöre: Mein Schatz wird zu Murren anfangen weil ich hier sitze und
Musik höre statt mit ihr in den Garten zu gehen oder sonstwas zu
unternehmen. Also bis später.
Warum der VV fünf Eingänge hat weiß ich auch nicht, aber ich belege hier ja schon drei
davon (Plattenspieler / CDP / Wandler). Was mir gerade noch einfällt:
Die Anordnung der jeweiligen Eingangsbuchsen in der Horizontalen und auf
einer Ebene hat immer dann große Vorteile, wenn man in einem
abgedunkelten Raum und im engen Rack oder Regal NF-Kabel einstecken oder
wechseln möchte, ohne das Gerät vorziehen oder mit einem Spiegel
hantieren zu müssen. Außerdem ist der Abstand der Buchsen groß genug für
voluminöse Stecker und etwas kräftigere Finger. Man greift einfach
hinter das Gerät, ertastet die am weitesten links
gelege Buchse, und zählt dann einfach nach rechts weiter: 1-2…,
3-4…, 5-6…, 7-8…, 9-10…, rechts ist jeweils plus/rot. Sinngemäß
dasselbe gilt auch für die beiden Ausgänge: Die beiden Cinchbuchsen
ertasten, die XLR - Ausgänge liegen auf praktisch gleicher Ebene links
und rechts daneben. Es heißt ja: "Wenn man nichts sehen kann ist fühlen keine Schande", und beim Trace ist das überhaupt kein Problem. So, nun ist Frühstück angesagt.
(…) In
Beitrag #296 hatte ich etwas dazu geschrieben, wie anfangs befremdlich
der große Drehwinkel des Khozmo - Stufenstellers auf einen
unvorbereiteten Interessenten wirken könnte. Auf dem angehängten Foto
sieht man wie steil die Markierung nach unten zeigt wenn die
Lautstärke auf null heruntergeregelt ist. Etwas ungewöhnlich sieht das
schon aus, aber gut, man gewöhnt sich schnell daran. Apropos Khozmo -
Stufensteller, bei diesem ist mir noch etwas aufgefallen. Während der
Eingangswahlschalter beim Durchschalten der Eingänge in den
Lautsprechern keinerlei Geräusche erzeugt, auch dann nicht wenn die
Lautstärke auf Maximum hochgeregelt ist, verhält es sich beim Khozmo ein
wenig anders. Ab etwa 01:00 Uhr und darüber hört man aus den
Lautsprechern beim Umschalten ein leises (lautmalerisch) Blob oder Blub.
Regelt man die Lautstärke Stufe für Stufe weiter hoch, wird dieses
Umschaltgeräusch in einem stillen Hörraum noch etwas besser erkennbar.
Natürlich hört man das nicht wenn die Musik spielt, dazu ist es viel zu leise.
Aber wenn man die Lautstärke weit aufregelt ohne dass ein Signal
anliegt, hört man es im oberen Lautstärkebereich ganz gut. Da ich keine
Erfahrung mit solchen echten Stufenschaltern habe kann ich nicht
einschätzen, ob das nicht ganz normal und schlicht bauartbedingt ist.
Das ist auch keine große Sache, so mancher spätere Besitzer wird das
vielleich nicht einmal bemerken. Ich meine, wer dreht schon die
Lautstärke so weit auf ohne dass die Musik spielt, und hört dann auch
noch ganz genau hin. Trotzdem wollte ich es nicht unerwähnt lassen..
(…) Zwei
Hürden sind es die der Trace noch wird nehmen müssen. Eine davon ist
ein unmittelbarer Vergleich zwischen dem Lampizator, der bei Marc nur
über ein Leitplastik-Poti am Endverstärker hängt. Die spannende Frage
lautet was geschieht, wenn das Poti durch den Vorverstärker ersetzt
wird. Diese Frage lässt sich erst dann beantworten wenn Marc wieder mehr
Zeit hat und wir uns irgendwann mal wieder treffen können…, aber das
läuft uns ja nicht weg.
Die zweite Hürde für den Trace habe ich heute im Lauf des Nachmittags
aufgebaut. Das bot sich an, weil die KH-Geräte und das Rack mal wieder
entstaubt werden sollten, ich dazu ohnehin alle Kabel entfernen musste
um die Geräte herausnehmen und die Stellflächen säubern zu können. Ach
ja, und die Verkabelung zwischen Wandler und Stax-Versorgungsteil wollte
ich auch schon länger ändern. Bevor ich wieder alles zusammengebaut
habe, fand der Versuch statt den ich hier kurz beschreiben möchte. Die
Frage lautete: Wird sich das Klangbild unterscheiden, wenn…
a) Das Versorgungsteil des Stax unmittelbar am Restek CDP angeschlossen wird…
gegenüber…
b) Das Signal zunächst zum Trace und dann zurück zum Stax Versorgungsteil geführt wird.
Das waren für den Vorverstärker natürlich brutale Bedingungen, und das gleich aus mehreren Gründen:
- Da wäre zunächst der Kopfhörer selber, ein 87er Stax Lambda Signature,
der für mich ganz sicher zu den schnellsten und am höchsten auflösenden
Kopfhörern aus der Stax - Reihe überhaupt gehört. Kein Wunder, er hat
mit 1,0 Mikrometern Materialstärke die dünnste Folie die jemals in Stax
Hörern verbaut wurde. Viele mögen ihn nicht besonders, weil er ihnen
nicht warm genug oder nicht musikalisch genug erscheint. Ich hingegen
finde ihn genial, aber er fordert seinen Hörer aufs Äußerste weil er
andauernd winzigste Details aufdeckt, die mit anderen (dynamischen)
Kopfhörern schlicht unhörbar bleiben. Für das Gehirn ist diese enorme
Detailfülle purer Stress, den ich auch nur eine oder maximal zwei
Stunden lang ertragen kann. Sollte es also klangliche Unterschiede
zwischen dem Direktanschluss und dem Umweg über den Trace geben, dann
hört man das mit dem Signature ganz sicher.
- Der Umweg über den Trace bedingt ein zusätzliches Kabel und damit
zusätzliche Kontaktübergänge, die beim Direktanschluss nicht anfallen.
- Für den Direktanschluss habe ich das XLO Signature gewählt, wohl das beste NF-Kabel das ich zur Zeit besitze. Der "Umweg" über den Trace bestand aus dem Sonoran Plateau und dem Mach2
aus der abgewrackten Mig 21…, also aus genau der Kombination von
Kabeln die bislang die Endstufe mit hervorragender Signalqualität
versorgt hatte.
Auf den angehängten Fotos sieht man zunächst wie der Versuchsaufbau
angelegt war. Daneben sieht man am mittleren Eingang (RCA) des
KH-Versorgungsteils eine LED leuchten. An diesem Eingang war beim Test
das Mach2, vom RCA-Ausgang des Trace kommend, angeschlossen. Daneben
wiederum leuchtet im Foto die rechte LED des (XLR) Eingangs am
Versorgungsteil, an den das XLO Signature angeschlossen ist, das beim
Test unmittelbar mit den Ausgängen des CDP verbunden
war. In der nächsten Aufnahme sieht man die beiden Kabeltypen an der
Rückseite des Stax SRM 006tS. Die letzte der Aufnahmen ist erst nach
Abschluss der Tests entstanden. Hier sieht man dass ich zum Schluss das
Mach2 aus der Kette genommen habe, und als Verbindungskabel das ganz
vorzügliche Silent Wire NF-16 zwischen Vor- und Endstufe werkelt. Das
XLO befindet sich nun dort wo es hingehört, wo es vor Jahren schon
hingehört hätte, wenn ich nur eines zu einem akzeptablen Preis gefunden
hätte. Aber wie das so ist, "Gut Ding" will halt Weile haben.
Worin bestand nun der klangliche Unterschied, wenn ich zwischen Eingang 2 und
Eingang 3 des Versorgungsteils hin- und hergeschaltet habe, während
sich im CDP (z.B.) der Silberling "Brothers in Arms" von Dire Straits
drehte…? Hmmm…, ganz schwer zu sagen. Da ist ein Unterschied, ja,
der ist auch erkennbar…, so minimal allerdings, dass er ohne mit
höchster Konzentration durchgeführte, unmittelbare Vergleiche (von mir)
nicht zu detektieren wäre. Ich musste etwa ein halbes Dutzend mal
umschalten, bis mir überhaupt eine Differenz zwischen den Klangbildern
aufgefallen ist. Es wäre vermessen zu behaupte, die eine Variante wäre
der anderen vorzuziehen, wäre klanglich sogar ein stückweit vorne. Denn
das war nicht so; solche Marginalien, wie sie sich oft zwischen
hochwertigen Kabeln abspielen, konnte ich zwar auch hier erkennen, ohne
allerdings zu wissen ob sie nicht auf genau diese verwendeten
unterschiedlichen Kabel zurückzuführen waren. Wirklich echt schwer zu
beurteilen.
Letztlich, das behaupte ich jetzt mal frank und frei, ist es ziemlich egal ob der
Stax am CDP so oder so betrieben wird. Theoretisch, denn niemand wird
einen höchstwertigen Vorverstärker mitsamt Lautstärkereglung noch vor
ein ebenfalls höchstwertiges Versorgungsteil eines Kopfhörers hängen,
das über eine eigene Quellenumschaltung inkl. eigener Lautstärkeregelung
verfügt. In sofern war dieser Versuch ebenso aufschlussreich wie
praxisfremd, nicht zuletzt weil auf beiden Strecken zwar hochwertige,
zugleich aber auch sehr unterschiedliche Kabel zum Einsatz kamen.
Eines hat dieser Versuch aber gezeigt: Niemand muss sich Sorgen machen, der
Klang irgendwelcher hochwertigen Quellen könnte durch diesen
Vorverstärker negativ beeinflusst werden oder gar auf der Strecke
bleiben, und es sei besser die Quelle unmittelbar an eine Endstufe
anzuschließen, dabei die Lautstärke lediglich über ein hochwertiges Poti
zu regeln. Das kann man vielleicht so machen, wenn die Verbindungskabel
kurz genug sind und wenn die jeweilige Quelle es zulässt, aber mit dem
Trace muss man das nach meiner Überzeugung nicht, da passiert am Klang
nix.
VERSUCH EINER EINORDNUNG
Was also habe ich hier vor mir…? Einen Vorverstärker
der äußerst massiv und sehr solide wirkt, optisch eher einem Profigerät
gleichend als einem der typischen HiFi-Geräte, die nicht selten auf
optische Kaufanreize setzen. Blingbling oder markante
Designmerkmale auf der Front, an denen das Auge hängenbleibt und länger
verweilen möchte, die sucht man vergebens, die gibt es hier nicht. Das
hohe Eigengewicht von mehr als 10kg in Verbindung mit den rutschfesten
Unterseiten der vier Standfüße sorgen dafür, dass sich das Gerät im Rack
weder beim Anschluss schwerer und sperriger Netz- oder NF- Kabel, noch
beim schnellen Einstecken oder Herausziehen derselben auf seinem
Untergrund ungewollt verschiebt. Das halte ich für einen im wahrsten
Sinne des Wortes "gewichtigen" Vorteil dieser massiven Konstruktion.
Die Verarbeitung des Gehäuses ist sauber ausgeführt, die Senkkopfschrauben aus Edelstahl passen bündig in die darunterliegenden Senkungen in Bodenblech und
Deckel, die Spaltmaße um die beiden großen Regler herum sind perfekt
symmetrisch, egal von wo und wie auch immer man darauf schaut. Die
Bedienknöpfe liegen gut und satt in der Hand, und man spürt bei deren
Betätigung intuitiv dass sie aus Vollmaterial gefertigt wurden. Die
Achsen des Eingangs-Wahlschalters und des Lautstärkestellers laufen
völlig spielfrei; dagegen drücken mit der Hand am äußeren Rand der
Knöpfe nach oben, nach unten, oder auch seitlich bleibt ohne Folgen. Die
Rastung beider Schalter ist straff und jederzeit eindeutig; in der
ganzen Zeit die ich zwischenzeitlich mit dem Gerät zugebracht habe, bin
ich nicht ein einziges Mal zwischen zwei Raststellungen geraten oder
hatte den Eindruck, einer der Schaltvorgänge sei irgendwie vage oder nur
uneindeutig erfolgt.
Weniger gut gefallen hat mir die etwas mühsame Entstaubung der profilierten Seitenteile,
die für jeden Besitzer früher oder später ganz sicher anstehen wird.
Mit einem "Swiffer" oder Ähnlichem mal kurz darüberwischen reicht da
nicht, die einzelnen Vertiefungen wollen im Bedarfsfall einzeln mit
einem feuchten Tuch o.ä. von Staub befreit werden. Im Gegenzug sehen
diese Seitenteile todschick aus, weit attraktiver als glatte Flächen es
täten.
Wirklich Toll ist die kontinuierliche Helligkeitsreglung
der drei (in diesem Fall) blauen Leuchtpunkte auf der Front. Selbst bei
heller Sonneneinstahlung in den Hörraum erkennt man vom Hörplatz aus
die gewählte Position der Regler noch immer problemlos, wenn deren
Helligkeit zuvor entsprechend hoch gewählt wurde. Bei Einbruch der
Dämmerung führt ein kleiner Dreh am rückwärtigen Regler dazu, dass sie
nicht blenden bzw. mit den umgebenden LED Lichtern anderer Geräte etwa
gleich hell erscheinen. Und wer beim Hören keinerlei Ablenkungen durch
irgendwelche Leuchtpunkte erfahren will…, kein Problem, ein weiterer
kleiner Dreh am Poti und die Lichter sind aus. Klasse…!
Mit dem ebenfalls rückwärtig angebrachten "Groud-Lift-Schalter"
konnte ich nur in sofern etwas anfangen, als ich ihn bei der ersten
Inbetriebnahme des Plattenspielers schließen musste, weil es bei offenem
Schalter vernehmlich brummte. Von da an habe ich nur noch mit
geschlossenem GLS gehört, gleich welche Quelle auch in Betrieb war.
Was für mich - über die Haptik und die Verarbeitungsqualität hinaus - das
eigentlich Wichtige bei einem solchen Gerät ist, das sind einerseits der
Klang, logisch, und andererseits die Störgeräusche,
also die An- oder Abwesenheit von Rauschen, Brummen und sonstigen
unangenehmen Erscheinungen. Hier rauscht und brummt beim Trace auch dann
noch nichts, wenn die Lautstärke bereits auf einen Pegel hochgedreht
wurde, welcher weder der eigenen Gesundheit noch einem gedeihlichen
Zusammenleben mit den (so vorhandenen) Mietern von Nachbarwohnungen
förderlich ist. Soll heißen, am Hörplatz hört man unabhängig vom
gewählten Pegel außer der Musik nichts. Nicht einmal beim Betrieb meines
Plattenspielers, eine der für mich größten Überraschungen bei diesen
Tests überhaupt.
Was einigen Interessenten an einem Trace vielleicht ungewöhnlich oder gar
recht gewöhnungsbedürftig erscheinen mag, das ist der große Drehwinkel
des Stufenstellers, über dessen (fast) gesamten
Kreisumfang die Lautstärkeregelung kontinuierlich erfolgt. Für typisch
halte ich und halten viele Anlagenbesitzer, wenn die Markierung am
Lautstärkeregler bei Linksanschlag etwa auf 07:00 Uhr oder 07:30 Uhr
zeigt. Angenehme Hörlautstärke wird dann (je nach gewählter Quelle und
in Abhängigkeit von deren Ausgangspegel) in der Gegend von etwa 09:30
oder 10:00 Uhr erreicht…, und gegen 12:00 Uhr oder knapp darüber ist
es dann schon sehr laut. Dies vermittelt den (fälschlichen)
Eindruck, dass da noch jede Menge Pegelreserven übrig wären - selbst
dann wenn ein schwachbrüstiger Endverstärker schon gefährlich nahe an
dem Punkt angelangt ist, an dem das "hochtönermordende" Klipping
einsetzt. Beim Trace verhält es sich etwas anders. Bei Linksanschlag
befindet sich die Markierung auf dem Lautstärkeknopf bei ungefähr 06:30
Uhr, also fast steil nach unten zeigend. Angenehme Hörlautstärke ergibt
sich erst bei etwa 11:00 Uhr oder noch etwas darüber…, und sehr
laut wird es dann in der Gegend von etwa 02:00 Uhr oder 03:00 Uhr.
Einem Laien, der die technischen Zusammenhänge nicht kennt, könnte dies
den Einduck vermitteln da seien kaum noch Lautstärkereserven übrig.
Tatsächlich aber lässt sich der Regler noch bis fast 06:00 Uhr Stufe für
Stufe weiterdrehen. Diese vermeintliche "Anomalie" bedarf wie gesagt
ein wenig der Gewöhnung gegenüber einem herkömmlichen Potentiometer, und
den damit antrainierten und verinnerlichten Erwartungen.
Und ja, dann wäre da noch der Klang.
Was soll ich dazu noch sagen resp. schreiben, das ich nicht bereits
gesagt oder geschrieben hätte…? Der Trace agiert und reagiert derart
feinfühlig und im höchsten Maße transparent, dass er die Schwächen
seiner Zuspieler unverzüglich entlarvt, selbst beste und teuerste
NF-Kabel werden für einen Zuhörer sofort qualitativ unterscheidbar, ohne
dass sich dieser dabei sonderlich anstrengen müsste. Aber vorsicht, wer
glaubt seinen Vorverstärker mal so eben austauschen zu können, ohne
dass dies weitreichende Folgen für die Peripherie haben kann, der irrt.
Was immer sich an Schwächen und / oder Unplausibilitäten in der Anlage
verbergen mag, der Trace wird sie bloßlegen. Er wird sie nicht gnädig
verhüllen oder in irgendeiner Weise beschönigen, da bin ich mittlerweile
sicher. Wer jedoch bereit ist ihm beste Arbeitsbedingungen sowie
erstklassige Zuspieler und Abnehmer zur Verfügung zu stellen, den wird
er nach meiner momentanen Einschätzung damit belohnen, dass er jede
angestrebte Steigerung mitgehen wird, so schätze ich das ein. Damit will
ich es auch bewenden lassen und erstmal die Beurteilungen anderer
abwarten.
Eine Frage treibt mich aber doch noch um: Braucht man (brauche ich) diesen
Vorverstärker…? Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: Nein…
Ebenso könnte die Antwort auf folgende Fragen nein lauten: Braucht man
einen großzügig motorisierten Roadster…? Braucht man ein Motorrad das
fast 300 km/h schnell ist…? Braucht man ein Fahrrad das federleicht
ist und mehr als 7.000,- Euro kostet…? Braucht man ein Salzwasser
Aquarium mit exotischen Fischen…? Braucht man eine Chopard Geneve am Handgelenk…? NEIN, natürlich nicht..!BRAUCHEN
tut man all das nicht…, aber die bloße Vorstellung es zu besitzen ist
außerordentlich reizvoll und verführerisch, und dasselbe gilt (für
mich) auch für diesen tollen Vorverstärker.
Wolfgang Reiners / Deutschland